Weiterbildung bei hep

Lernfähigkeit fördern: Die gemeinsame Aufgabe von allgemeinbildendem und berufskundlichem Unterricht

Wann: Freitag, 9. November 2018, 09.00–17.00 Uhr  
Wo: Swissdidac Bern, BernExpo, Mingerstrasse 6, 3000 Bern

 

In Zusammenarbeit mit:

    

 

Während der Ausbildung Lernfähigkeit erwerben – nach der Ausbildung Lernfähigkeit erhalten. Professionelle Tätigkeiten erfordern heute ständiges Weiterlernen: Wer nicht lernt, verliert den Anschluss.

Von ausgebildeten Berufsleuten wird zunehmend erwartet, dass sie sich das nötige Wissen und Können selbstverantwortlich und weitgehend selbst organisiert aneignen. Diese Lernfähigkeit muss am Arbeitsplatz, in der Schule, in den überbetrieblichen Kursen und bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts erworben werden. An der Tagung konzentrieren wir uns auf den Lernort Berufsfachschule und stellen die Zusammenarbeit zwischen allgemeinbildendem und berufskundlichem Unterricht ins Zentrum.

Angesichts des technologischen Wandels wird die Förderung überfachlicher Kompetenzen im Berufskundeunterricht immer wichtiger. Auch hier spielen Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen eine immer grössere Rolle. Wichtiger als das sich stets erneuernde Fachwissen ist die Schulung der Fähigkeit, sich Wissen zu beschaffen und dieses kreativ zu verknüpfen. Kritisches Denken, wirksames Kommunizieren und effizientes Kooperieren in Teams werden neben Kreativität als Schlüsselkompetenzen der Zukunft gesehen. 

Funktion und Zweck der Allgemeinbildung sind an der Tagung «Zukunft der Allgemeinbildung» wie folgt umschrieben worden: Grundsätzlich sollen die Lernenden zur «demokratischen Selbsterziehung» befähigt werden und in der Lage sein, das sokratische Gespräch über die Frage zu führen, was «gut» sei. Allgemeinbildung bedeute, über Wissen zu anspruchsvollen Zusammenhängen zu verfügen, das eine Partizipation an der demokratischen Öffentlichkeit erst ermögliche. Dabei solle auch die Lern- und Anstrengungsbereitschaft gefördert werden. Und es seien Inhalte zu bevorzugen, die einen langen und aufwändigen Lernprozess verlangen und gelegentlich ausserhalb der unmittelbaren Erfahrungswelt der Lernenden liegen. Es geht um «nährstoffreiche» Inhalte, die durch eine kluge Anordnung von alltagsbezogenen Fragen und eher abstrakten «Tiefenbohrungen» im Unterricht bearbeitet werden.

Diese Herausforderungen und Postulate weisen auf die Notwendigkeit hin, Potenziale in der Zusammenarbeit zwischen Allgemeinbildung und Berufskunde auszuloten und Wege der Realisierung aufzuzeigen mit dem Ziel, die Fähigkeit und Bereitschaft zum lebenslangen Lernen der jungen Menschen zu stärken.

 

Programm

09.00–09.30 Uhr
Eintreffen der Teilnehmenden, Begrüssungskaffee

09.30–09.40 Uhr
Begrüssung
: Rolf Gschwend, Fachbereichsverantwortlicher Sek II, PHBern, IWM

09.40–10.00 Uhr
Ein Gespräch mit Lernenden: Das Zusammenwirken von Allgemeinbildung und Berufskunde

Carlo Segginger, Dozent, Fachbereich Sek II, PHBern, IWM  

10.00–10.30 Uhr | Referat 1
Mehr Miteinander in der Berufsbildung

Ben Hüter, Direktor IDM

10.30–11.00 Uhr | Referat 2
Wirksame Sprachförderung macht nicht an den Türen der ABU-Schulzimmer halt
Rahel Eckert-Stauber, Dozentin EHB

11.00–12.00 Uhr Stehlunch
12.00–13.30 Uhr
Besuch der Swissdidac

13.30–13.40 Uhr | Grusswort
Der Weg zum ganzheitlichen Unterricht

Georg Berger, Direktor Berufsbildungszentrum Olten, Präsident der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen SDK und der Table Ronde Berufsbildener Schulen

13.40–14.30 Uhr | Referat 3
Staatsbürgerschaft und Partizipation im Informationszeitalter. Über die Rolle von Medienkompetenz in der heutigen Gesellschaft

Daniel Binswanger, Journalist, Redakteur beim digitalen Magazin «Republik». 

14.35–15.20 Uhr | 1. Workshoprunde
15.30–16.15 Uhr
| 2. Workshoprunde

16.30–16.40 Uhr
Schlusswort:
Peter Egger, Verleger hep verlag, Präsident des Verwaltungsrats, Berufsschullehrer

ab 16.40 Apéro

 

Die Teilnahme ist kostenlos und beinhaltet einen freien Eintritt zur Messe.

Anmeldeschluss: 26. Oktober 2018
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eintreffens berücksichtigt.

 

Referate

Referat 1

Ben Hüter, Direktor des Berufsbildungszentrums IDM; Thun
Mehr Miteinander in der Berufsbildung – Interdisziplinäres Lernen in der beruflichen Grundbildung

Die schweizerische Berufsbildung zeichnet sich durch die Verbundpartnerschaft von Bund, Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt aus. Das Miteinander ist folglich im System verankert. Trotzdem oder gerade deswegen gibt es diverse sich teilweise widersprechende Partikularinteressen, die sich beispielsweise in regionalen oder branchenspezifischen Fragen herauskristallisieren. Damit man nicht das gemeinsame Ziel der Potenzialentfaltung der Lernenden aus den Augen verliert, gilt es die Zusammenarbeit zwischen abgebenden und aufnehmenden Schulen, zwischen den verschiedenen Regionen, zwischen den Verbundpartnern sowie zwischen den verschiedenen Lernorten und Fächern zu fördern. Dabei sind die beiden Disziplinen Allgemeinbildung und berufsspezifischer Unterricht besonders geeignet durch Zusammenarbeit erweiterte Kompetenzen der Lernenden zu entwickeln. Das Referat ist nichts anderes als ein Plädoyer für mehr Miteinander in der Berufsbildung am Beispiel einer Berufsfachschule.

Ben Hüter ist Direktor des Berufsbildungszentrums IDM. Nebst seiner Tätigkeit als Schulleiter hat er in zahlreichen nationalen und internationalen Projekten mitgearbeitet und ist nebenberuflich als Dozent im Bereich «Führung in der Berufsbildung», am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) tätig.  

Referat 2

Rahel Eckert-Stauber, Dozentin EHB; Zollikofen
Wirksame Sprachförderung macht nicht an den Türen der ABU-Schulzimmer halt 

Um erfolgreich am beruflichen, privaten und öffentlichen Leben teilnehmen zu können, ist eine ausreichende sprachliche Kompetenz unabdingbar. Denn nicht nur unsere demokratischen Institutionen, sondern auch die sich immer schneller verändernde Arbeitswelt sowie unsere multikulturelle Multioptionsgesellschaft sind darauf ausgerichtet – ja geradezu darauf angewiesen –, dass sich ihre Mitglieder erfolgreich verständigen und mitreden können. Ein zentrales Ziel des Berufsschulunterrichts muss es daher sein, die bereits vorhandene Alltagssprache der Lernenden so zu fördern, dass sie in wichtigen und häufig vorkommenden kommunikativen Situationen jeglicher Art wirksam eingesetzt werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Berufskundeunterricht (BKU) und allgemeinbildender Unterricht (ABU) künftig noch stärker zusammenarbeiten. Kommunikative Strategien, die im ABU eingeführt und erlernt werden, können im BKU weiter vertieft und angewendet werden. Rahel Eckert-Stauber zeigt mögliche Wege auf, wie eine solche Kooperation konkret aussehen könnte und welche Chancen daraus nicht nur den Lernenden, sondern auch den Lehrpersonen, den Lehrbetrieben und nicht zuletzt den Berufsfachschulen erwachsen.

Rahel Eckert-Stauber ist bis Ende Schuljahr 2017/18 Prorektorin an der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule in Solothurn. Ab Februar 2019 wird sie als hauptamtliche Dozentin für den Lernbereich Sprache und Kommunikation im ABU-Studiengang am EHB tätig sein.

 

Referat 3

Daniel Binswanger, Journalist, Redakteur beim digitalen Magazin «Republik»
Staatsbürgerschaft und Partizipation im Informationszeitalter. Über die Rolle von Medienkompetenz in der heutigen Gesellschaft

Die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung ist geprägt von der Simultaneität zweier Krisen: einer Medienkrise und einer Demokratiekrise. Auf dramatische Weise wird sie illustriert vom Wahlsieg Donald Trumps, aber natürlich sind wie auch in Europa und in der Schweiz mit analogen Entwicklungen konfrontiert. Den Ausbildungsinstitutionen erwächst damit eine neue Verantwortung: Nichts könnte wichtiger sein, als breiten Bevölkerungsschichten – über alle Bildungsstufen hinweg – eine minimale Medienkompetenz zu vermitteln.

Daniel Binswanger, Geb. 1969, Journalist, Politik-Kommentator. Binswanger gehört zu den profilierten Politik-Journalisten der Schweiz. Nach Stationen bei «Weltwoche» und «Das Magazin» ist er seit Januar 2018 Redakteur beim digitalen Magazin «Die REPUBLIK».  

 

Grusswort

Georg Berger, Direktor Berufsbildungszentrum Olten
Der Weg zum ganzheitlichen Unterricht

Bildungsverordnungen basieren auf dem ganzheitlichen Konzept der Handlungskompetenz. Handlungskompetent ist, wer berufliche Aufgaben und Tätigkeiten eigeninitiativ, zielorientiert, fachgerecht und flexibel ausführt. Es ist deshalb selbstverständlich, dass der Unterricht an Berufsfachschulen ganzheitlich zu erfolgen hat. Berufskunde und Allgemeinbildung müssen so eng wie möglich zusammenarbeiten.

Georg Berger, Direktor Berufsbildungszentrum Olten; Präsident der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen SDK und der Table Ronde Berufsbildener Schulen

 

Workshops

 

 
Impressum

Programm: Peter Egger, Verleger hep verlag, Präsident des Verwaltungsrats, Berufsschullehrer / Rolf Gschwend PHBern, IWM, FB Sek II (Leitung)

Begleitgruppe: Jan Denier, Bereichsleiter SFGB:B: / Matthias Dick, Abteilungsvorsteher Berufliche Grundbildung BBZ Biel-Bienne / Michael Gurtner, Ressortleiter Allgemeinbildung gibb / Stefan Heusser Abteilungsleiter Allgemeinbildung und Sport IDM / Livio Marretta, Dozent PHBern, IWM und Ressortleiter Weiterbildung gibb / Manuel Schär Verlagsleiter hep verlag / Carlo Segginger, Dozent PHBern, IWM, und Schauspieler

Administration: Reto Mathis, PHBern, IWM / Rahel Wenger, hep verlag