Termine

Forum Mittelschule

07.11.18

Basale fachliche Kompetenzen:  Bedeutung – Stand der Umsetzung – Herausforderungen 

Wann: Mittwoch, 7. November 2018, 14.00–17.30 Uhr
Wo: Swissdidac Bern, BernExpo, Mingerstrasse 6, 3000 Bern

In Zusammenarbeit mit der PHBern

«Das Gymnasium hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern eine breite Allgemeinbildung zu vermitteln, sie zur Übernahme anspruchsvoller Aufgaben in der Gesellschaft zu befähigen und auf Hochschulstudien vorzubereiten. Für die bildungssystematisch wichtige Aufgabe der Hochschulvorbereitung müssen die Schülerinnen und Schüler neben fachlichen auch überfachliche Kompetenzen erwerben. Dazu zählt die Fähigkeit, selbst organisiert zu lernen, wie auch die Fähigkeit, für die Bildungslaufbahn selbstverantwortlich Entscheide zu treffen. Zudem müssen die Schülerinnen und Schüler über die in vielen Fächern benötigten basalen Kompetenzen in der Erstsprache und in Mathematik verfügen. Der Erwerb überfachlicher Kompetenzen und basaler fachlicher Studierkompetenzen muss über alle Fächer hinweg gefördert werden»*.

Am Forum Mittelschulen setzen wir uns mit der Bedeutung, dem Stand der Umsetzung und den Herausforderungen und Chancen der basalen fachlichen Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit auseinander. Es geht um die Glaubwürdigkeit der gymnasialen Ausbildung und um die Sicherstellung des allgemeinen Hochschulzugangs.


Programm

Vormittags Besuch der Swissdidac

14.00–14.15 Uhr
Begrüssung
Rolf Gschwend, Fachbereichsverantwortlicher Sek II, PHBern, IWM

Einführung
Dr. André Lorenzetti, Rektor Gymnasium Kirchenfeld Bern

14.15–15.15 Uhr | Referat
Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit: Bedeutung für die gymnasialen Bildungsziele – Konkretisierung für Deutsch und Mathematik – Vorschläge für die Umsetzung
Prof. Dr. Franz Eberle, Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Universität Zürich

15.30–16.30 Uhr | Workshops

16.40–16.50 Uhr
Schlusswort
Peter Egger, Verleger hep verlag, Präsident des Verwaltungsrats

ab 16.50 Uhr Apéro

 

Die Teilnahme ist kostenlos und beinhaltet einen freien Eintritt zur Messe.

Zur Anmeldung

Anmeldeschluss: 8. Oktober 2018
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eintreffens berücksichtigt.

 

Referat

Prof. Dr. Franz Eberle, Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Universität Zürich
Basale fachliche Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit: Bedeutung für die gymnasialen Bildungsziele – Konkretisierung für Deutsch und Mathematik – Vorschläge für die Umsetzung

Der – mit Ausnahme des Medizin- und Sportstudiums – prüfungs- und numerus-clausus-freie Zugang zu allen universitären Studienfächern an Schweizer Universitäten mit einer gymnasialen Matura ist international fast einmalig. Sie wird mit der Annahme legitimiert, dass Inhaber und Inhaberinnen eines Schweizer Maturitätszeugnisses über die allgemeine Studierfähigkeit verfügen und diese nicht mehr gesondert nachweisen müssen. Die Studien und Analysen der letzten 15 Jahren haben allerdings gezeigt, dass diese Annahme nicht bei allen Maturandinnen und Maturanden zutrifft. Damit ihr Zutrittsprivileg auch künftig nicht angetastet wird, ist es notwendig, dass das besser wird. Die EDK hat deshalb im Frühjahr 2016 den Rahmenlehrplan (RLP) für Maturitätsschulen mit einer Beschreibung jenes Wissens und Könnens in der Erstsprache und Mathematik ergänzt, das für viele universitäre Studien vorausgesetzt wird. Bei diesem sollten künftig auch bei den in Deutsch und Mathematik schwachen Maturandinnen und Maturanden keine Lücken mehr auftreten. Im Referat werden zunächst die theoretischen und empirischen Hintergründe sowie das Konzept der basalen fachlichen Kompetenzen für allgemeine Studierfähigkeit und deren Bedeutung für die gymnasialen Bildungsziele aufgezeigt. Anschliessend werden Vorschläge für die Umsetzung in Schule und Unterricht erläutert und es erfolgt eine Übersicht über den Stand der konkreten Umsetzungsarbeiten. Vertiefungen zu den didaktischen Möglichkeiten werden in den an das Referat anschliessenden Workshops diskutiert.

Prof. Dr. Franz Eberle ist Professor für Gymnasial- und Wirtschaftspädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Universität Zürich. Er leitete das Projekt der EDK zur Erarbeitung der basalen fachlichen Kompetenzen.

 

Workshops

Workshop A

Dr. Susanne Balmer, Dozentin für Fachdidaktik Deutsch, Universität Zürich
Lese- und Schreibkompetenz an der Mittelschule: Förderung im Fach Deutsch und in überfachlichen Gefässen

Unter die «Basalen Kompetenzen» fällt zentral der Aufbau der Lese- und Schreibkompetenz für ein erfolgreiches Studium. Lese- und Schreibförderung wiederum gehören seit jeher zu den Kernaufgaben des Deutschunterrichts an der Mittelschule. Der neue Anhang im Rahmenlehrplan gibt den Deutschlehrpersonen die Möglichkeit, aber auch den Auftrag, Lernende genauso wie Lehrende aus anderen Fächern auf die beiden Kompetenzfelder zu sensibilisieren. Lehrende aus anderen Fächern können und müssen darüber hinaus in die Pflicht genommen und dabei unterstützt werden, die rezeptive und produktive Textkompetenz fachbezogen zu entwickeln. Im Workshop werden Chancen und Schwierigkeiten ausgelotet und reflektiert, die sich ergeben, wenn Lesen und Schreiben systematisch und individuell im regulären Deutschunterricht und in überfachlichen Projekten gefördert werden müssen. 

Dr. Susanne Balmer ist seit 2015 Dozentin für Fachdidaktik Deutsch an der Universität Zürich und seit 2004 Lehrerin für Deutsch an der Kantonsschule Frauenfeld. Von 2009-2015 war sie im Vorstand des VSDL (Verein Schweizerischer Deutschlehrpersonen) und 2016 Teil der Arbeitsgruppe für die Umsetzung der «Basalen» im Thurgau.

 

Workshop B

Dr. Markus Wey, Dozent für Fachdidaktik Physik, PHBern
Adrian Mettauer, Dozent für Fachdidaktik Deutsch, PHBern
Sprachsensibler Unterricht

Der Workshop zeigt Möglichkeiten auf, wie sprachsensibel gestalteter Unterricht das «Lernen im Fach» auf der Sekundarstufe II befördern kann. Leitidee ist dabei die Einsicht, dass Fachlernen immer auch Sprachlernen ist. Auf der Grundlage des Abstraktions- und Sprachebenen-Modells von Josef Leisen werden sprachbewusste Lernsituationen besprochen. Beispiele aus dem Unterricht in unseren Fächern Deutsch und Physik mögen anregen zu einem Transfer in andere Fächer. Wir sind überzeugt, dass sprachbewusstes Lehren und Lernen sowohl das Lernen in den MINT-Fächern erleichtern als auch die allgemeine Studierfähigkeit fördern kann.

Dr. Markus Wey studierte nach der Erlangung des aargauischen Primarlehrerpatents Physik an der Universität Zürich; seit 1992 unterrichtet er Physik am Gymnasium Kirchenfeld in Bern und ist seit 2008 Dozent für Fachdidaktik Physik Sek II der PHBern.

Adrian Mettauer studierte in Bern und Paris Deutsche und Französische Literatur und Sprache; bis 2006 war er als Assistent am Institut für Germanistik der Universität Bern tätig; seit 2006 unterrichtet er Deutsch am Gymnasium Kirchenfeld in Bern und ist seit 2009 Dozent für Fachdidaktik Deutsch Sek. II der PHBern.
 


Workshop C

Christian Rüede, Dozent für Mathematikdidaktik an der PH der FHNW und an der ETH Zürich
Christof Weber, Dozent für Mathematikdidaktik an der PH der FHNW
Mathematikunterricht zum Aufbau basaler mathematischer Kompetenzen

Wie können wir Schülerinnen und Schüler zum Verstehen gymnasialer Mathematik führen? Und welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Aufbau basaler mathematischer Kompetenzen und Verstehen? Im Workshop geben wir erste Antworten auf beide Fragen. Anhand von Beispiel-Aufgaben wird skizziert, was Verstehen im Kontext basaler mathematischer Kompetenzen bedeutet und wie im Unterricht Verstehensprozesse angeregt und unterstützt werden können.

Christian Rüede, Dozent für Mathematikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der FHNW und an der ETH Zürich

Christof Weber, Mathematiklehrer am Gymnasium Münchenstein (1992–2017) und Dozent für Mathematikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule der FHNW

 

 
Workshop D

Nina Beerli, Hauptlehrerin für das Fach Deutsch, Kantonsschule Kreuzlingen
Dr. Heinz Hafner, Dozent, Universität Zürich und PH Thurgau
Andrea Stuhner, Deutschlehrerin an der Kantonsschule Uster
GymGrammatik

Für den sicheren Umgang mit Texten sind nicht zuletzt genuin sprachliche Fähigkeiten eine Voraussetzung. Die Beherrschung der formalen Regeln der Erstsprache und ein entwickeltes Sprachbewusstsein ermöglichen eine gelungene Textrezeption und -produktion – zunächst im Deutschunterricht, darüber hinaus auch im Umgang mit Fachtexten in der Erstsprache sowie beim Erlernen von Zweitsprachen. Diese «sprachliche Bewusstheit» gehört zu den basalen erstsprachlichen Kompetenzen für allgemeine Studierfähigkeit. Sprachkompetenzen werden primär im Fachkontext Deutsch erworben, sie müssen aber zudem grundsätzlich fachübergreifend gefördert werden.

Der Workshop zeigt anhand einiger Beispiele,

  • inwiefern das Lehrmittel «GymGrammatik» kompetenzorientiert konzipiert ist und damit systematisch auf die geforderte sprachliche Bewusstheit hinführt und
  • wie die darin verwendeten anspruchsvollen Fachtexte in Beispielen und Übungen den Umgang mit wissenschaftlichen Texten unterstützen und fächerübergreifende Lernzugänge eröffnen.


Nina Beerli ist Hauptlehrerin für das Fach Deutsch an der Kantonsschule Kreuzlingen. Nach ihrem Studium der Germanistik, Geschichte sowie Politologie an der Universität Zürich unterrichtete sie an verschiedenen Gymnasien, um im Anschluss das Lehrdiplom für Maturitätsschulen zu erwerben. Nina Beerli verfügt über mehrjährige Unterrichtserfahrung als Mittelschullehrerin.

Dr. Heinz Hafner, arbeitet als Lehrender, Prüfungsexperte, Examinator und Kursleiter. Er studierte Germanistik, Romanistik und allgemeine Didaktik an den Universitäten Zürich und Lausanne sowie am Bryn Mawr College Pennsylvania. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er an der Kantonsschule Frauenfeld, an der BMS Zürich sowie als Dozent an der Universität Zürich und an der PH Thurgau. Er hat an zahlreichen Lehrmittel-Projekten mitgearbeitet.

Andrea Stuhner unterrichtet Deutsch an der Kantonsschule Uster. Nach ihrem Studium der Germanistik, BWL und Politologie, das sie in Zürich und Kiel absolvierte, erwarb sie das Lehrdiplom für Mittelschulen. Sie verfügt über langjährige Unterrichtserfahrungen als Berufs- und Mittelschullehrerin.


*Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA), Erziehungsdirektion des Kantons Bern (Hg.): Mittelschulbericht 2017 – Profil, Hochschulvorbereitung und Qualität. Das Gymnasium im Kanton Bern. Eine Standortbestimmung mit Entwicklungsperspektiven, Bern 2017, S. 24
Download: www.erz.be.ch/mittelschulbericht


Impressum

Programm: Peter Egger, Verleger hep verlag, Präsident des Verwaltungsrats / Rolf Gschwend PHBern, IWM, FB Sek II / Manuel Schär, Verlagsleiter hep verlag

Administration: Reto Mathis, PHBern, IWM / Rahel Wenger, hep verlag